1 · Schichtplan & Gruppen
Der Plan läuft in einem festen 28-Tage-Zyklus. Es gibt zwei Schichtarten:
TS – Tagschicht, 07:00–19:00 Uhr (12 Stunden)
NS – Nachtschicht, 19:00–07:00 Uhr des Folgetags (12 Stunden)
Das Muster über vier Wochen:
| Woche | Tage | Schicht |
| W0 | Di / Do / Sa / So | NS |
| W1 | Di / Do / Sa / So | TS |
| W2 | Mo / Mi / Fr | NS |
| W3 | Mo / Mi / Fr | TS |
Die vier Gruppen sind um jeweils eine Woche versetzt (Offset 0 / 7 / 14 / 21 Tage). Deine Gruppe stellst du im Profil ein.
Monatszuordnung: Eine Schicht wird dem Monat ihres Startdatums zugerechnet. Eine Nachtschicht, die um 19:00 Uhr am 31. eines Monats beginnt und erst am 1. des Folgemonats endet, zählt komplett zum ersten Monat.
2 · Zuschläge
Jede Stunde einer Schicht wird einzeln bewertet. Es gibt vier Zuschlagsarten mit unterschiedlichen Sätzen:
| Art | Zeitfenster | Satz |
| Nacht (NS) | 22:00 – 06:00 Uhr | 20 % |
| Sonntag (SO) | ganzer Sonntag | 60 % |
| Feiertag (FT) | ganzer Feiertag | 150 % |
| Heiligabend / Silvester (EVE) | 24.12. & 31.12. ab 13:00 Uhr | 100 % |
Zwei wichtige Regeln
Tageskategorien – „höchster gewinnt": Innerhalb von Heiligabend/Feiertag/Sonntag zählt pro Stunde nur die höchste Kategorie. Reihenfolge: Heiligabend > Feiertag > Sonntag.
Nacht kann kumulieren: Der Nachtzuschlag kommt zusätzlich oben drauf. Eine Stunde um 02:00 Uhr an einem Sonntag zählt gleichzeitig als Nacht und Sonntag.
Die „gewichteten" Stunden sind die in 100 %-Stunden umgerechneten Zuschläge:
gewichtet = NS·0,20 + SO·0,60 + FT·1,50 + EVE·1,00
Beispiel: Eine 12-Stunden-Sonntagsschicht ergibt 12 · 0,60 = 7,2 gewichtete Stunden. Liegt die Schicht nachts, kommen die Nachtstunden (22–06 Uhr) zusätzlich mit 20 % dazu.
3 · Feiertagsregeln (NRW)
Es wird zwischen zwei Feiertagstypen unterschieden:
Hochfeiertage (z. B. Neujahr, Karfreitag, Oster-/Pfingstsonntag, Weihnachten): zählen immer als Feiertag – auch wenn sie auf einen Sonntag fallen.
Normale gesetzliche Feiertage (z. B. Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Tag der Deutschen Einheit, Allerheiligen): zählen nicht als Feiertag, wenn sie auf einen Sonntag fallen – dann gilt der Sonntagszuschlag.
Sonderfall 24.12. & 31.12.: Ab 13:00 Uhr gilt ein eigener 100 %-Satz (EVE). Diese Stunden werden wie ein Feiertag behandelt (Priorität), aber mit dem eigenen Satz statt 150 %.
4 · Zeitkonto (Gutstunden)
Das Zeitkonto sammelt Gutstunden. Der Zugang entsteht nicht bei jeder Abwesenheit, sondern nur bei Schichten, die für das Gutstundenkonto weiterlaufen.
Überschuss je Schicht = (1 − (37,5 · PT/100) / 42) · 12
PT ist dein Teilzeit-Prozentsatz (100 = Vollzeit). Bei Vollzeit ergibt das rund +1,29 h pro Schicht, bei 85 % Arbeit rund +2,89 h pro Schicht. Die 42 ist der tarifliche Wochendurchschnitt im 12-Stunden-Modell.
Was sich auf das Konto auswirkt
| Kürzel | Wirkung aufs Zeitkonto |
| (leer) | gearbeitet → + Überschuss |
| ST | gearbeitet (Stellvertreter) → + Überschuss |
| FS | + Überschuss (geplante Schicht) und − 12 h (Topf-Abbau) |
| U | Urlaub → + Überschuss wie geplante Schicht |
| BU | Bildungsurlaub → kein Gutstunden-Zugang; bei 85 % Arbeit fehlen dadurch ca. 2,89 h je BU-Schicht |
| KR | Krank / Krankenschein-Sonderstatus → kein Gutstunden-Zugang; bei 85 % Arbeit fehlen dadurch ca. 2,89 h je KR-Schicht |
| ZT | kein automatischer 12-h-Abzug im Gutstundenkonto |
| AFZ | kein Zeitkonto-Effekt (eigenes AFZ-Konto) |
Zeitumstellung
Winterzeit (Oktober): Die Nachtschicht dauert real 13 Stunden. Die echte Mehrarbeit (+1 h) wird dem Zeitkonto gutgeschrieben.
Sommerzeit (März): Die Nacht ist real kürzer. Es wird nicht gekürzt – die Schicht bleibt mit den geplanten 12 Stunden bewertet.
Zugang & Abgang in der Jahresübersicht:
Abgang = abgebaute Gutstunden = FS · 12 h.
Zugang = Delta + Abgang → so ist die Zeitumstellung (+/− 1 h) automatisch enthalten.
BU und KR erhöhen den Zugang nicht; sie werden also nicht zusätzlich abgezogen, sondern erzeugen nur keinen +2,89-h-Zugang.
5 · Freischichten (FS)
Eine Freischicht ist eine geplante Schicht, die du frei nimmst. Sie hat zwei Effekte:
Auf das Zeitkonto: + Überschuss (weil geplant) und − 12 h (Abbau). Netto reduziert eine FS das Zeitkonto also um rund 10,7 h.
Auf die FSQ (siehe nächster Abschnitt): Die Zuschläge, die in dieser Schicht angefallen wären, füllen den FSQ-Topf.
Der Gedanke: Eine FS, die auf eine zuschlagsstarke Schicht (Nacht, Sonntag, Feiertag) fällt, ist „mehr wert" als eine FS auf eine reine Tagschicht – weil mehr gewichtete Zuschlagsstunden in den Topf fließen.
6 · FSQ – die Freischicht-Quote
Die FSQ ist ein Topf, der über das Jahr mit den gewichteten Zuschlagsstunden deiner Freischichten gefüllt wird. Es gibt ein Jahresziel (Standard: 18 Stunden, im Profil einstellbar).
So wird der Topf gefüllt
Der Topf startet zu Jahresbeginn (meist bei 0, oder einem im Profil gesetzten Startwert).
Jede FS erzeugt gewichtete Zuschlagsstunden (gleiche Berechnung wie in Abschnitt 2).
Diese füllen den Topf bis zum Ziel auf. Mehr als das Ziel kann der Topf nicht aufnehmen (Deckel).
Was ist „FS hätte"?
Sobald der Topf das Ziel erreicht hat, fließen weitere FS-Zuschläge nicht mehr hinein – sie werden als „FS hätte" ausgewiesen. Das ist der Überhang, der über die Quote hinausgeht.
Pro FS-Stunde:
ist Topf < Ziel → füllt den Topf (bis zum Deckel)
ist Topf = Ziel → zählt als „FS hätte" (Überhang)
Fällt eine einzelne FS-Schicht genau über die Grenze, wird sie stundengenau aufgeteilt: Der Teil bis zum Ziel füllt den Topf, der Rest wird zum Überhang. Dadurch sind Topfstand und Überhang immer centgenau konsistent.
Reihenfolge & Monatszuordnung
Der Topf wird stundenweise in echter zeitlicher Reihenfolge gefüllt (Sommer-/Winterzeit-sicher).
Für jeden Monat zeigt die Übersicht: Topfstand am Monatsanfang, im Monat gefüllt, „FS hätte" im Monat, Topfstand am Monatsende.
Der Überhang wird zusätzlich nach Kategorie aufgeschlüsselt (Nacht / Sonntag / Feiertag / Heiligabend).
Voll oder nicht? Erreicht der Topf zum Jahresende das Ziel (z. B. 18 h), ist die Quote erfüllt (✅). Bleibt er darunter, fehlt die Differenz (❌). Die Spalte „FSQ App Rest" im Abrechnungsvergleich zeigt genau diese fehlende Differenz: Ziel − Topfstand.
7 · Abrechnungsvergleich
Im Tab „Abrechnung" trägst du die Werte aus deiner Gehaltsabrechnung ein und vergleichst sie mit den von der App berechneten Werten.
Vormonats-Verschiebung: Die Abrechnung enthält technisch immer den Vormonat. Die App vergleicht deshalb automatisch:
Abrechnung Mai ↔ App-Monat April.
Die Abrechnung im Januar wird mit dem App-Dezember des Vorjahres verglichen.
Verglichen werden Zugang, Abgang, Zeitkonto-Stand und FSQ-Rest. Eine Abweichung bis 0,10 h wird grün (im Rahmen der Rundung), darüber rot dargestellt.
8 · Kürzel-Übersicht
FS Freischicht
U Urlaub
BU Bildungsurlaub
KR Krank
ZT Zeitausgleich
AFZ Altersfreizeit
ST Stellvertreter
| Kürzel | Bedeutung | Besonderheit |
| FS | Freischicht | füllt FSQ, baut Zeitkonto ab |
| U | Urlaub | Gutstunden-Zugang läuft weiter; Zuschläge payroll-nah bewertet |
| BU | Bildungsurlaub | kein Gutstunden-Zugang; getrennt ausgewertet |
| KR | Krank | kein Gutstunden-Zugang; Krankenschein-/Sonderstatus getrennt ausgewertet |
| ZT | Zeitausgleich | kein automatischer Abzug vom Gutstundenkonto |
| AFZ | Altersfreizeit | freier Tag, kein Zeitkonto-Effekt |
| ST | Stellvertreter | zählt als normal gearbeitet |
Urlaub, BU & Krank (payroll-nah): Für das Zeitkonto zählt nur Urlaub weiter wie eine geplante Schicht. Bildungsurlaub und Krank/Krankenschein-Sonderstatus erzeugen keinen Gutstunden-Zugang. Dadurch reduziert sich der monatliche Zugang bei 85 % Arbeit um ca. 2,89 h je BU- oder KR-Schicht. Es gibt dabei keinen 12-h-Abzug; der 12-h-Abgang bleibt ausschließlich bei FS. Für die Zuschlagsbewertung werden U/BU/KR weiterhin payroll-nah auf den Tageswert begrenzt; der Gutstunden-Anteil ist nicht zuschlagsfähig. Reihenfolge des Abzugs: Heiligabend → Feiertag → Sonntag. Der Nacht-Zeitraum (22–06 Uhr) bleibt davon unberührt.
9 · Urlaub & AFZ Automatik
Urlaub automatisch
Der Vollzeit-Standard ist 23,1 Urlaubsschichten. Die App kann daraus den Jahresurlaub automatisch berechnen.
Urlaub = 23,1 × Arbeitszeitfaktor
Das Ergebnis wird immer auf eine Nachkommastelle gerundet.
Teilzeit wird immer in vollen Monaten gerechnet.
Beginn 01.–15. → der Monat zählt bereits mit der neuen Arbeitszeit.
Beginn ab 16. → der Monat zählt noch mit der alten Arbeitszeit.
Ende 01.–15. → der Monat zählt bereits wieder als Vollzeit.
Ende ab 16. → der Monat zählt noch als Teilzeit.
Resturlaub aus dem Vorjahr wird zum automatisch berechneten Anspruch addiert: Anspruch aktuelles Jahr + Resturlaub Vorjahr = verfügbarer Urlaub.
AFZ-Konto
AFZ läuft auf einem eigenen Konto und wirkt nicht auf das Gutstundenkonto.
Ab dem 55. Geburtstag werden für die 4er-Schicht 0,667 h AFZ pro AFZ-berechtigter Sollschicht gutgeschrieben.
AFZ-Endstand wird automatisch als Anfangsbestand ins Folgejahr übernommen.
Eine AFZ-Schicht verbraucht 12 h.
Die App prüft nicht dein heutiges Alter, sondern den AFZ-Kontostand am geplanten AFZ-Datum.
Dadurch kann AFZ für kommende Jahre bereits geplant werden, auch wenn du heute noch nicht 55 bist. Entscheidend ist der Kontostand am konkreten AFZ-Tag. AFZ-Zugang entsteht für normale Sollschichten, ST und AFZ-Schichten selbst; kein Zugang entsteht bei Urlaub, Krankheit, BU, ZT und normalen FS. Es erfolgt keine automatische Umbuchung ins normale Gutstundenkonto, solange dies nicht durch eine echte Abrechnung bestätigt ist.